Perfektionismus wird in einen funktionalen und einen dysfunktionalen Bereich unterteilt. Beide verbindet das grosse Streben nach Vollkommenheit. Beim funktionalen Perfektionismus ist der hohe Anspruch mit der Bereitschaft, Fehler zu machen, verbunden. Dieses Streben treffen wir auf eine positive Art zum Beispiel im Sport, in der Kunst und auch in der Musik an. Beim dysfunktionalen Perfektionismus vermeidet die betroffene Person Fehler so gut als möglich. Bei Personen mit perfektionistischen Tendenzen scheinen deren Eltern mit ihren Erwartungen oder ihrer Kritik, sei es in der Vergangenheit oder auch in der jetzigen Lebenssituation, eine grosse Rolle zu spielen.

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Schon sehr kleine Kinder können durch ihr visuell-räumliches Interesse und ihre diesbezügliche Begabung auffallen, zum Beispiel durch einen ausserordentlich guten Orientierungssinn. Sie können sich die Abfolge eines entlangspazierten Weges merken und diesen dann problemlos wieder zurückverfolgen. Etwas ältere Kinder können die Aufgabe, den Kindergartenweg oder den Schulweg zu zeichnen, mit viel Lust und Freude bearbeitet. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört, Karten zu lesen, Trampläne und Routen zu studieren oder Schatzpläne zu zeichnen. Diese Kinder bauen gerne mit Lego, Kapla und Holzklötzen und zeichnen auch gerne Konstruktionspläne. In Bildern von visuell begabten Schulkindern aus der 2. oder 3. Klasse finden sich perspektivisch korrekte Abbildungen z.B. von Häusern oder Schiffen. 

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Wie man ein gestalterisches Portfolio zusammenstellt

Welche gestalterische Arbeit als schön eingestuft wird, ist von Person zu Person verschieden. Bei Jugendlichen kann sich das ästhetische Empfinden wie folgt zeigen:

Gerne nehmen sich Jugendliche Fotografien als Vorlage zum Zeichnen. Ihr Ziel ist es, diese so exakt und realistisch wie möglich wiederzugeben. Sie sind in einem Lebensabschnitt, in dem sie sich oft mit sich und den Fragen, wer sie sind, wie sie erscheinen und wie sie wirken möchten, beschäftigen. Vielen ist die äussere Erscheinung sehr wichtig. Die richtigen Kleider zu tragen, ist von Bedeutung. Auch die Frisur muss stimmen. Eine ähnliche Haltung kann sich auch in den gestalterischen Arbeiten zeigen. Ihre Ansprüche sind hoch. Sie haben oft sehr klare Vorstellungen, was sie als ästhetisch empfinden. Einige Jugendliche sind in gewissen Techniken geübt und erzielen gute Resultate.

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Rollende Kugeln scheinen Kinder magisch anzuziehen. In meinem Atelier begleite ich in letzter Zeit verschiedene Projekte mit ganz unterschiedlichen selbstgebauten Kügelibahnen.

Was reizt und fasziniert daran? 

Manuel (7, Name geändert) weiss, wie der nächste Abschnitt der Bahn aussehen soll. Mit dünnem Karton baut er eine Kurve, die er mit Kleber und Heissleim befestigt. Zur Probe lässt er die Kugel rollen. Sie nimmt einen anderen Lauf als er meinte und plumpst auf den Boden. Manuel überprüft so seine Vorstellung an der Realität, er entwickelt seinen Realitätssinn. Was ist nun der nächste Schritt?

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In meinen Elternkursen sind Konflikte und Reibungsflächen, die Eltern in ihrem Erziehungsalltag mit ihren hochsensiblen Kindern erleben, immer wieder Thema. Viele der Konflikte stehen mit der sensorischen Hochsensibilität der Kinder im Zusammenhang. Dieser Aspekt der Hochsensibilität bezieht sich vor allem auf die Sinneswahrnehmungen wie Hören, Schmecken, Sehen, Riechen und auch die taktile Wahrnehmung. So gibt es z.B. Kinder mit einem äusserst feinen Musikgehör, das beim Spielen eines Musikinstruments sehr von Vorteil ist. Im Gegenzug kann genau diese sehr differenzierte akustische Wahrnehmung zur Überreizung bis zu Kopfschmerzen führen. Betroffene Kinder brauchen immer wieder viel Ruhe, um sich zu erholen. Oft klagen Eltern aus meinen Kursen über Konflikte beim Essen. Hochsensible Kinder sind mitunter sehr heikle Esser.

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Heute gestaltet Manuel, ein 8-jähriger Junge, in meinem Atelier. Manuel interessieren Wasserwelten und besonders Wale. Wie sie alle heissen und in den kleinsten Details aussehen, weiss er genau.  Auf seiner Zeichnung tummeln sich die unterschiedlichsten Wale. Einige sind riesig, andere klein. Die einen haben einen Buckel, andere sind stromförmig. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihr möglichst naturgetreues Aussehen. Die Wale sind nun alle gezeichnet und nun braucht es neben der Wasserlandschaft auch Wasserpflanzen. Bei diesen kennt sich Manuel nicht so gut aus. Nach den ersten Zeichenstrichen verschwindet Manuel auf das WC. Sie denken nun, dass das nichts zur Sache tut. Die Minuten vergehen. «Der Aufenthalt in der Toilette dauert etwas länger als sonst», denke ich. Nach einiger Zeit klopfe ich an der Tür. «Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung?» Ich höre ein undefinierbares Brummen.

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Kinder gestalten und kreieren leidenschaftlich gerne. Sie probieren aus, experimentieren und lieben es, Neues zu schaffen. Das was dabei rauskommt, ist aus Sicht der Kinder oft nebensächlich.  Den 5-jährigen David faszinieren Züge. Stundenlang studiert er Zugbücher. Was ihn ganz speziell zu interessieren scheint, sind Weichen. Das wird auch in seinen Zeichnungen sichtbar. Viele Linien laufen parallel, kommen zusammen und fächern sich wieder auf. David stellt sich die Geleise mit den Weichen so vor. Kinder verarbeiten ihre Erfahrungen mit der Umwelt im Gestaltungsprozess. Gestalterische Handlungen helfen ihnen mit, die Welt zu begreifen und den eigenen Welten Ausdruck zu geben. 

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Vor kurzem bei einem Zahnarztbesuch: Ich sass auf dem Stuhl, mein Mund war weit geöffnet. Neben mir war die Zahnarztgehilfen damit beschäftigt, die Masse für einen Abdruck anzurühren. Es waren nur wenige Sekunden, in denen meine Phantasie «davongaloppierte». Es fing mit der Überlegung an, ob es möglich sei, dass die Abdruckmasse nicht fest wird. Dann ging es weiter: Was passiert, wenn mir die Masse beim Zahnabdruck den Hals hinunterläuft, dort zu einer festen Masse wird und, und, und….

Diese Gedankengebäude können Angst machen.

Als Erwachsene kann ich meine Gedanken distanziert beobachten und mich manchmal über mich selber und meine blühende Phantasie amüsieren - eine Phantasie, die manchmal verängstigt, aber auch sehr beflügeln kann und tolle, innovative Ideen hervorbringt.

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In Mentoraten begleite ich immer wieder Kinder, die durch ihre Kreativität auffallen. Das kann sich wie im folgenden Beispiel zeigen.

Noel ist ein hochkreatives Kind: Er möchte ein Haus bauen. Oder vielleicht doch eine Raketenrampe. Nein, es soll einen „intelligenten Tunnel“ geben, der das Licht beim Einfahren automatisch anschaltet. Der 9-jährige Junge sprüht vor Ideen. Er schöpft die ständigen Einfälle aus seinem Inneren, Beobachtungen und Wahrnehmungen in seinem Umfeld regen ihn stark an.

In der Schule hat es Noel nicht immer einfach, denn er wirkt auf die Lehrerin oft nicht ganz bei der Sache. In seinem Inneren ist der Junge jedoch alles andere als abwesend. Eben hat er durch das Fenster den Morgenhimmel betrachtet. Er ist heute eindrücklich beleuchtet, an einer Stelle ist ein seltsames Licht zu sehen. Was könnte das bedeuten? Fliegt da gerade ein Ufo durch die Luft?

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Technische Sachverhalte können schon kleine Kinder faszinieren. Sie stehen stundenlang vor einer Baustelle oder machen sich mit Bilderbüchern über Züge, Lastwagen und andere Fahrzeuge mit Rädern schlau. Im Kinderzimmer türmen sich Legoburgen, Züge, Krane und andere Konstruktionen. Einige Kinder zeichnen sie oder entwerfen einen Plan.

Sie verarbeiten damit ihre Einrücke und denken zeichnend spielerisch über das nach, was sie fasziniert. So werden ihre visuell-räumlichen Begabungen und ihre planerisch-konstruierenden Fähigkeiten gefördert.

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Marte Meo®ist der Name für eine Entwicklungs- und Kommunikationsmethode,die mithilfe des Mediums Video Beratung und Unterstützung in unterschiedlichsten Kontexten ermöglicht.

Seit letztem Herbst bin ich in der Marte-Meo-Ausbildung (zu Beginn Anwenderkurs, inzwischen Therapeutenausbildung). Für mich eröffnen sich in dieser Ausbildung Lernfelder auf den verschiedensten Ebenen. Ich lerne in den Begleitungen mit den Kindern, den Eltern- und Lehrercoachings, über Beratungen allgemein und auch in meiner Wahrnehmung von Menschen und wie ich in eine gelingende Kommunikation trete. In der Eins-zu-Eins-Situation mit Kindern, in der Begabtenförderung und in Mentoraten kann ich meine Arbeit mit Filmmaterial reflektieren.

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Schön angerichtet steht das Mittagessen auf dem Tisch. Du bist früher vom Arbeiten nach Hause gekommen. Auf dem Nachhauseweg hast du einen Schlenker ins Einkaufzentrum gemacht. Vollbeladen und schon etwas aus der Puste bist du in deiner Wohnung angekommen. Schnell und geübt bereitest du ein gesundes Mittagessen zu. Dir ist gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig.

Deine Tochter Lorena klingelt Sturm. Sie begrüsst dich mit der Frage: „Was gibt’s zum Mittagessen?“ Dann trudelt auch dein jugendlicher Sohn David ein. Auf dem Esstisch stehen die selbstgemachte Gemüsewähe und ein leckerer Salat. Lorena rümpft die Nase und meint, Gemüsewähe habe sie nicht gerne. David fügt trocken hinzu: „Ich hatte Hunger und habe auf dem Heimweg ein Soft Ice gekauft. Jetzt bin ich satt.“

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